Geschichte

Konzipiert wurde System Dynamics Anfang der 50er Jahre von Jay Wright Forrester an der Sloan School of Management des Massachusetts Institute of Technology. Im Jahre 1957 wurde die dortige System Dynamics Group gegründet.

In den Anfängen dominierten Modelle, die von Sachkundigen mit großer Modellierungsexpertise speziell für Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen entwickelt wurden. Dabei handelte es sich einerseits um hochaggregierte wissenschaftliche oder sehr umfangreiche in erster Linie für die wirtschaftliche Anwendung erstellte Modelle. Eine speziell auf die System-Dynamics-Syntax zugeschnittene Software (DYNAMO) stand hierbei zur Verfügung. Mit der Verbreitung leistungsfähiger PCs sowie intuitiv bedienbarer Simulationssoftware finden verstärkt kleinere Simulatoren Einsatz, die häufig durch die Entscheidungsträgerinnen und -träger selbst oder in enger Zusammenarbeit mit ihnen erstellt werden. Der partizipatorische Modellierungsansatz ist allgemein unter „Group Model Building“ bekannt. Der Prozess der Modellentwicklung und -analyse erweisen sich dabei als effektive Kommunikations- und Lernprozess für ein verbessertes Systemverständnis. Anwendungen erstrecken sich auf betriebs- und gesamtwirtschaftliche, naturwissenschaftliche, psychologische und gesellschaftliche Fragestellungen.

 

Verbreitung von System Dynamics in Deutschland

In Deutschland fand System Dynamics durch Forschung und Lehre am Lehrstuhl von Professor Dr. Gert von Kortzfleisch an der Universität Mannheim erste Verbreitung. Seine damaligen Mitarbeiter, Professor Dr. Dr. h.c. em. Peter Milling und Professor Dr. em. Erich Zahn, arbeiteten Anfang der 1970er in der Gruppe von Dr. Dennis Meadows am MIT an dem Modell, das die Grundlage für die Veröffentlichung der “Grenzen des Wachstums” darstellte. Diese Veröffentlichung machte die Methodik über Nacht weltbekannt. Ausgehend von der Initiative von Professor von Kortzfleisch entstanden zahlreiche Ausbildungsprogramme, um die Verbreitung von System Dynamics in Deutschland zu fördern.

Heute ist System Dynamics in Deutschland nicht nur eine im akademischen Bereich verwendete Methodik zur Analyse komplexer Fragestellungen. Neben zahlreichen Ausbildungsprogrammen und Forschungsprojekten nutzen eine wachsende Zahl an Unternehmen die Leistungsfähigkeit von System Dynamics bei der Entscheidungsunterstützung in operativen und strategischen Zusammenhängen. dafür sind Handlungsempfehlungen für Unternehmen der Luftverkehrsindustrie aus einer Analyse der Ursachen für die zyklische Entwicklung der Branche oder die Verbesserung von Materialflüssen innerhalb der Supply Chain von Industrieunternehmen.